SZ-Portrait Jürgen Ott

Steinmetzbetrieb in vierter Generation

In Inneringen gibt es schon immer einen Steinmetz. Jürgen Ott führt den Betrieb bereits in der vierten Generation, und sein 19-jähriger Sohn Julian ist mit der Ausbildung zum Steinmetz im Sommer fertig. Beide sind sich sicher: „Wir sind geschaffen für diesen Beruf, schon als Kind waren wir ständig mit Begeisterung in der Werkstatt.“ Jürgen Ott vermutet sogar, dass es wohl in den Ott´schen Genen liegen müsse.

Von unserer Mitarbeiterin Sabine Rösch

Die schwäbische Zeitung hat sich dafür interessiert, was der Steinmetz im Winter macht. Für den Laien scheint mit Allerheiligen doch die Saison für den Steinmetz vorbei zu sein. Dass dies absolut nicht der Fall ist, hat uns Jürgen Ott bei unserem Besuch gezeigt. „Unsere Hauptbeschäftigung ist natürlich schon die Anfertigung und die Gestaltung von Grabdenkmälern, je nach Jahr macht es 70 bis 80 Prozent aus“, erzählt der Fachmann.

Doch im Winter sei zum einen viel Bürokratie zu bewältigen, Ausschreibungen und Angebote zu bearbeiten, zum anderen müsse man ständig am Ball bleiben, neue Entwürfe am Computer entwerfen, Muster anfertigen, Schriften hauen und vieles mehr. Da jeder Friedhof eine andere Friedhofsordnung habe, sei auch jede Anfertigung einzigartig und müsse individuell bearbeitet werden. Im Winter finden viele Fach- und Hausmessen statt, die Ott regelmäßig besucht.

Grabdenkmale schaffen

Die Nürnberger Stone+Tec ist weltweit die führende Messe für Steinmetze, hier werden die neuesten Ideen rund um Natursteine und deren Verarbeitung gezeigt. Jürgen Ott bearbeitet alle Natursteine vom Granit, Marmor bis zum Sand-und Kalkstein, diese sind vor allem in Kirchen zu finden. Der Steinmetzmeister fertigt Bodenbeläge, Küchenarbeitsplatten, Außentreppen oder auch gestalterische Elemente für den Garten.

Bei sensiblen Bauwerken, beispielsweise bei der Inneringer St. Martinskirche hat er die Kalksteinausbesserung gemacht und Ergänzungen angefertigt. Momentan ist er in der Hochberger St. Wendelinskirche mit der Neuverlegung des Bodenbelags aus Kalkstein beschäftigt. Seine Hauptbeschäftigung aber, Grabdenkmale entwerfen, ist sein wichtigstes Betätigungsfeld, gibt Jürgen Ott offen zu. Er selbst hat ein zwiespältiges Verhältnis zu Urnenwänden, die auf dem Vormarsch sind.

Er findet die Wände zu anonym, und aus Erfahrung wisse er, dass man nach dem Verlust einer geliebten Person einen Bezugspunkt, eine Anlaufstelle brauche. Ein erdbestattetes Grab oder ein Urnengrab findet er wesentlich besser, denn man könne eine würdige, individuelle Gedenkstätte schaffen. In der Werkstatt darf der neue „Trend“ für Grabmale bestaunt werden: Mit aufgeklebten Strass-Steinen werden funkelnde Motive geschaffen - ein außergewöhnlich schöner Gedenkstein entsteht.

www.inneringen.de